Bericht über das Treffen der Arbeitsgemeinschaft Erhaltungszucht

(AG-Erhaltungszucht) Ouessantschaf
am 25.06.2022 in Neuendorf.

Die Züchterinnen und Züchter der Ouessantschafe im Sinne der Arbeitsgemeinschaft Erhaltungszucht Ouessantschaf (AG Erhaltungszucht), haben wie in jedem Jahr, auch 2022 ein gemeinsames Züchtertreffen durchgeführt.

Insgesamt nahmen 7 ZüchterInnen der AG-Erhaltungszucht an dem Treffen teil.

Das diesjährige AG-Treffen wurde freundlicherweise von einem Züchtermitglied aus Bayern organisiert. Durch ihn konnte ein idealer Treffpunkt auf dem Gelände einer Merinoschafzucht organisiert werden, auf dem die AG-Schafe unter Einhaltung der notwendigen, veterinärmedizinisch-/ seuchenhygienischen Auflagen optimal untergebracht werden konnten.

Vielen Dank für die Organisation und herzlichen Dank an den Merino Schafzuchtbetrieb!

Es wurde eine Übersicht über die vorhandenen Mutterlinien referiert. Hierbei wurde gemeinschaftlich besprochen, dass zukünftig auch die
Mutterlinien stärker beachtet werden müssen. Es gilt, dass alle Mutterlinien erhalten werden müssen. Daher ist es insbesondere wichtig, gerade selten vertretende Mutterlinien gezielt durch entsprechende Deckeinsätze zu sichern, um ein Aussterben der Mutterlinien zu vermeiden.

Es folgte eine Abstimmung zu Mikrosatellitenuntersuchungen für AG-Tiere, um einheitliche, vergleichbare DNA-Profile der Tiere zu erhalten, insbesondere, um gezielter Deckeinsätze planen zu können.

Gegen Mittag wurden die AG-Böcke, die zu dem Treffen von den jeweiligen ZüchterInnen mitgebracht wurden, individuell begutachtet und auf Zuchttauglichkeit unter Berücksichtigung der Stärken und Schwächen eines jeden Tieres beurteilt. Hierzu wird ein umfassender Bewertungsbogen für jedes Tier herangezogen und bearbeitet. Beurteilt wurden insgesamt 7 Zuchtböcke.

Die Bockverteilung für die Decksaison 2022 wurde besprochen.

Anschließend wurde über die genetische Präsenz der jeweiligen, gekörten AG Böcke diskutiert. Hier wurde in diesem Jahr deutlich, dass die Bocklinie Relecq de Carre zwar eine insgesamt hohe genetische Präsenz aufweist, jedoch aus dieser Linie lediglich noch 2 Böcke Roc`h Hir 1 und 2 (6 jährig und 5 jährig) vorhanden sind. Es fehlen junge Nachwuchsböcke. Durch den relativ hohen Wert der genetischen Präsenz dieser Linie, ist dies vermutlich nicht aufgefallen, die Böcke wurden nicht mehr vordergründig im Deckeinsatz eingeplant, was zu der aktuellen Situation führte und die Linie daher droht verloren zu gehen. Daher soll zukünftig, neben der genetischen Präsenz, für die kommende Planung der Deckeinsätze vorrangig zu betrachtender Böcke auch berücksichtigt werden, ob und wenn ja wie viele und in welcher Qualität Nachwuchsböcke der jeweiligen Bocklinien zur Verfügung stehen, um einen Verlust von Bocklinien zu vermeiden.

Nach einem sehr intensiven, ergebnisreichen und interessanten Züchtertreffen reisten die ZüchterInnen mit ihren jeweiligen Tieren am Sonntag wieder ab. Ein Züchtertreffen in 2023 wurde bereits terminiert.